Rain, 20. Juni 2026 – In der Pfarrkirche St. Jakobus, Rain stand der Familiengottesdienst ganz im Zeichen des Lachens. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse gestaltete Katechetin Regula Soom und Seelsorgerin Simone Häfliger-Meier einen Abend, der zum Schmunzeln, Nachdenken und Mutfassen einlud.
«Lach doch mal» – unter diesem Motto fanden sich am Samstagabend Familien, Kinder und die scheidende Sechstklass-Generation von Hildisrieden und Rain in der Kirche zusammen. Sechs Jahre Primarschule gehen zu Ende: sechs Jahre voller gemeinsamem Lachen und Leiden, Streiten und Tuscheln, Kichern und Wachsen. Nun trennen sich die Wege – die einen wechseln in die Oberstufe nach Rain / Hildisrieden, andere an die Kantonsschule, wieder andere in die Sportschule. Ein Anlass, dankbar zurück- und vertrauensvoll vorauszuschauen.
Dass Lachen mehr ist als ein flüchtiger Moment, machten die Kinder mit verblüffenden Zahlen deutlich: Rund 400 Mal am Tag lacht ein Kind – Erwachsene bringen es noch auf etwa 15 Mal. Dabei baut Lachen Stresshormone ab, eine einzige Minute soll so erfrischend wirken wie 45 Minuten Yoga, und es braucht dafür gerade einmal 43 Muskeln. Es scheint, als verlören wir mit dem Erwachsenwerden etwas Wertvolles.
Dass das Leben nicht nur aus Sonnenschein besteht, machten drei Schüler mit ihrer Geschichte «Alles ist doof» deutlich. Auf äusserst authentische und berührende Weise erzählten sie von den Momenten, die wohl jeder kennt: der verhauene Mathetest, der Stress zu Hause, das graue Regenwetter. Wenn sich alles mies anfühlt, kommen unweigerlich die grossen Fragen auf: Wo ist Gott in all dem? Wenn er da ist, warum läuft dann so vieles schief?
Die Antwort, welche die Schüler im Dialog fanden, ging unter die Haut: Gott hat uns nie versprochen, dass jeder Tag perfekt wird und alles sofort leicht ist. Aber er hat uns versprochen, dass wir in den schweren Momenten niemals allein sind.

Gerade in einer Zeit, die vieles an Sorge und Unsicherheit mit sich bringt, ist das eine tröstliche Botschaft. Auch in schwierigen Tagen dürfen wir uns am Schönen freuen und das Lachen suchen. Manchmal braucht es dafür gegenseitige Ermutigung, manchmal hilft es, Freude und Lachen einfach zu teilen. Und es lohnt sich, jeden Tag etwas zu finden, wofür man dankbar sein kann – oft genügt schon, dass uns jemand seine Zeit schenkt. Zusammen, so die Überzeugung des Abends, lassen sich schwierige Zeiten überstehen – und zusammen lässt sich das Leben geniessen.
Dass dies nicht nur fromme Worte blieben, bewiesen die Familien beim anschliessenden Sommerabend: Am Feuer brutzelten die Würste, und über so manche Episode und manchen Streich aus dem vergangenen Schuljahr wurde herzhaft gelacht. Eine leise Anspannung lag durchaus in der Luft – was wird das neue Schuljahr bringen? Doch die Kraft der Gemeinschaft und das Vertrauen, nicht allein zu sein, tragen weiter.
Ein herzliches Dankeschön gebührt Katechetin Regula Soom, die die Klasse in den vergangenen Schuljahren begleitet und gestärkt hat – und den Kindern immer wieder gezeigt hat, dass nicht nur Mathe und Grammatik zählen.
Lachen verbindet, macht Mut und tut einfach gut.
Fotos und Text: Kurt Häfliger
