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«Das Narrenturm kehrt in der Kirche ein, denn es wird schon bald Fasnacht sein»

Die Fasnacht naht und der Kirche herrscht rüüdige Stimmung, und die Leute kommen von weit herum. Aus der Kirche erschallen fasnächtliche Töne und es werden erzählt närrische Verse – wünderschöne. Die Wände sind mit Konfetti und allerlei geschmückt, darüber ist der gute Gott sicherlich entzückt. Ob Pfarrer, Eltern, Guggenmusik oder gar unser Zunftmeister, vertreiben sie mit Ach und Krach die letzten Wintergeister. Darum kommt mit und vergesst eure Sorgen, darüber nachdenken könnt ihr auch noch am Aschenmittwochmorgen. Achtung, Achtung! Das Narrenturm kehrt in der Kirche ein, denn es wird schon bald Fasnacht sein.Auch mit solch einem fasnächtliche Verschen eröffnete unserer «Färsli-Pfarrer» Franz Troxler am vergangenen Sonntag den Fasnachtsgottesdienst. Aus dem ganzen Dorf kamen Alt und Jung in Vollmontur zusammen um gemeinsam in Fasnachtsstimmung zu kommen. Natürlich waren sie nicht allein. Auch die Götschizunft und ihr Gefolge sowie die Guggenmusik Lüütertüüer waren anwesend und stellten sicher, dass das Narrentum in der Kircher ankommnt. Zudem spielten die Lüütertüüter ein paar Lieder und bescherten den Kirchengänger*innen ein paar fetzige Fasnachtsklänge.

 

 

 

 

Passend zum Zunftmotto in diesem Jahr: «De Bär esch los, derom werd d’Fasnacht tierisch grandios», gab es ein paar Erzählungen zur Beziehung zwischen Tier und Mensch. Darunter war die Erzählung von Jesajas Vision vom Tierfriedensreich in dem alle Tiere gemeinsame in Frieden und Harmonie leben, trotz ihrer scheinbarer Unterschiede. Auch über die Geschichten von Franz Assisi, dem heiligen Gallus und Idda von Toggenburg wurde berichtet. All diese Überlieferungen erinnern uns daran, dass wir mit Ehrlichkeit, Transparenz und gegenseitigem Respekt, die scheinbar unüberwindbare Kluft zwischen einander bewältigen können. Zu oft lassen wir uns durch scheinbare Unterschiede dazu verleiten uns in Gruppen aufzuteilen und einander zu schubladisieren. Betrachtet man Haustiere, vor allem Hunde – des Menschen bester Freund, so zeigt sich, dass wir trotz fundamentaler Unterschiede miteinander zusammen leben können und einander so viel geben können. Wie die Erzählung von Franz von Assisi zeigt, können wir mit gegenseitigem Respekt und Gutmütigkeit diese Hürde «des Anderen» überwinden. Vor allem in Betracht der gegenwärtigen Weltsituation ist dies wichtiger denn je, Gemeinschaft statt Feindschaft.

Das Leben ist oft schon schwer genug und Menschen sehen sich der Dunkelheit alleine gegenüberstehend. Warum sollten wir also nicht für einander da sein und unsere Unterschiede vergessen und uns stattdessen auf unsere Gemeinsamkeiten berufen – Der Leuchtrum in der Brandung sein, der das Schiff sicher zum Hafen leitet. Wenn man es genau betrachtet so sind wir Menschen schlicht auch Tiere, nur dass eines unserer Organe, das Gehirn, um einiges ausgeprägter ist als bei anderen (Säuge-)Tieren. Jedoch genau dieser Unterschied erlaubt es uns uns bewusst dazu zu entscheiden diesen scheinbaren Unterschieden wenig Beachtung zu schenken und stattdessen ein Miteinander zu fördern, das allen zugutekommt, eine Gesellschaft. Und nirgendwo sonst als an der Fasnacht können wir dieses Verschieden-sein so gut beobachten, seien es nun all die verschiedenen Kostüme, Sujets oder Guggen. Trotzdem kommen jedes Jahr Menschen von überall her zusammen um in Luzern  die Fasnacht als (Fasnachts-)Gemeinschaft zu feiern.

Die Kirche und der Zunftmeister Urs I. Käppeli bedanken sich für das zahlreiche Erscheinen und wünschen allen ein rüüdige Fasnacht. Fotos und Text Marc Amrein)

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