God’s ächt wirkli oppsi?
Am Christi Himmelfahrtstag um 08.45 Uhr zogen die Pilger beritten oder zu Fuss von Schopfen her in Hildisrieden ein. Feierlich spielte die berittene 20-köpfige Auffahrtsmusik einen schönen Marsch sowie den Signal-Tusch des Segens.
Festgottesdienst in der Pfarrkirche
Nach dem Einzug der Liturgiegruppe bestehend aus em. Pfarrer José Meier, Kaplan Thomas Sidler, Pfarreileiter Erich Hausheer, Pfarreileiter Franz Zemp, und dem Festprediger Leo Elmiger hiess der örtliche Pfarreileiter Erich Hausheer, alle willkommen, die um sechs Uhr in Sempach aufgebrochen sind und zusammen mit den weiteren Mitfeiernden die ganze Kirche füllten. Der Kirchenchor Hildisrieden, zum letzten Mal unter der Leitung von Philipp Gantenbein und auch zum letzten Mal von Stephan Dettwiler an der Orgel begleitet, sang die feierliche „Missa brevis a tre voci“ von Michael Haydn. Christoph Troxler spielte mit dem Cornet die Solostellen. Das russisch-orthodoxe „Tebje Pajom“, der tiefgründende Ruf nach Frieden, bewegte viele Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer. In der festlichen Schlusshymne „Mächt’ger Gott schaue hernieder“ aus der Oper „Idomeneo“ von W.A. Mozart kamen die globalen Anliegen der Welt zur Sprache.
Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit
Der Festprediger Leo Elmiger wohnt in Rain, war Katechet in Sempach und Hildisrieden. Er hat sich zum Spitalseelsorger weitergebildet und arbeitet nun im LUKS Sursee und Wolhusen. Aus seinem momentanen Wirkungs- und Erfahrungskreis teilte er seine Gedanken mit, die er in guten Gesprächen mit Mitmenschen in schwierigen bis lebensbedrohenden Situationen, erlebt hat. Er erzählte von beeindruckenden und ganz „heiligen“ Begegnungen mit schwerstkranken und bald sterbenden Patientinnen und Patienten, die sich und ihm die Frage stellten:“God’s ächt werkli oppsi? Gibt es nach dem irdischen Leben, nach der Begegnung mit dem eigenen Tod wirklich ein ewiges Leben bei Gott im Himmel?“ Dies ist eine Frage des Glaubens und der Hoffnung auf ewigen Frieden und wohltuende Geborgenheit. Im Bericht in der Bibel (Lk. 24, 46) steht geschrieben, wie Jesus nach seinem irdischen Leben und Tod „oppsi“ gegangen ist und von Gott in die Ewigkeit aufgenommen wurde.
Nach der wohlverdienten Rekreation beim Brunch im „InPuls“, durchgeführt von JUBLA Sempach, oder beim Mittagessen der „Offiziellen“, sowie nach der Pause der Pferde an den gut eingerichteten Erholungsplätzen, machte man sich für den Weg nach Sempach bereit. Zur Mittagszeit luden die Kirchenglocken ein zum Segen für Pferde und Pilger auf dem Abritt oder Abmarsch Richtung Sempach und dann weiter durchs Leben.
Himmelfahrt und Brauchtum
Die geistliche Obrigkeit unterstützte vor einem halben Jahrtausend die politischen Bannritte in schwieriger, unruhiger Zeit. In Flurprozessionen betete man bis in die heutige Zeit, der lebensfreundliche Gott möge das drohende Unheil für den «einzig wahren Glauben» abwenden. Der „Uuffertsumritt“ ist einerseits ein Relikt aus alter Zeit, hat aber mit seinem spirituellen Wert durchaus noch heute seine Bedeutung.
Fotos und Bericht: Emil Barmet



