Seit 121 Jahren findet in Hildisrieden eine der ersten „Kilbenen“ des Kantons statt. Die Kilbi, Chilbi, Chöubi oder Chiubi, wie sie in den verschiedenen Schweizer Regionen je nach Dialekt genannt wird, bedeuten eigentlich das Kirchweihe-Erinnerungsfest. Die neugotische Pfarrkirche Hildisrieden wurde am 1. Mai 1904 von Leonhard Haas, Bischof von Basel und Lugano, eingeweiht. Früher wurde das Kirchenfest immer genau am Weihetag, also am 1. Mai gefeiert. Seit einiger Zeit versammelte sich die Pfarrei am Wochenende vor dem 1. Mai zum Volksfest mit Musik und Attraktionen. Weit herum war die „Hildisrieder Chöubi“ bekannt, Die Götschizunft war der Hauptträger und Vereine und Gruppierungen machten mit, bis nach und nach ein Verein um den andern sich aus der Verantwortung zog. Die Götschizunft pflegte das Brauchtums gemäss Statuten tapfer weiter, bis auch ihre Motivation nachliess. Die Zunft war nicht mehr bereit, allein die Verantwortung zu tragen. Die Vereinsvorstände, der Kirchen- und Gemeinderat setzten sich an den runden Tisch und berieten das „Wie weiter?“ Der Konsens war „Nein, die Kilbi darf nicht sterben“. Ein OK wurde gebildet mit Georg Rüttimann (Götschizunft), Filip Estermann (Musikgesellschaft), Manuela Elmiger (Kirchenchor), Erika Estermann (Feldschützengesellschaft); und siehe, die Kilbi 2025 konnte stattfinden. Dem grossen Zulauf entsprechend waren die Hildisrieder und Hildisriederinnen, auch Auswärtige glücklich.
Altbewährtes wird weitergeführt
Das Chilbirad musste nicht neu erfunden werden. So wurde das „Fiirobebier“ am Freitag, 25. April im InPuls-Foyer von zahlreichen Festbank-Freunden und -Freundinnen genossen. Der Sonntag wurde mit dem Festgottesdienst in der InPuls-Aula geleitet von Franz Troxler und musikalisch mitgefeiert von Ursula Sulzer eröffnet. Franz Troxler erwähnte mit aller Achtung den Mut und selbstlosen Einsatz aller Kräfte der damaligen Bewohnerinnen und Bewohnern für den Bau der neuen Kirche: „Aber das Wichtigste ist, wir feiern wir hier und jetzt Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden an den göttlichen Beistand“.
Der „Armbrustpriis“
Nach dem vom Kirchenrat offerierten Kirchweihapéro leitete die Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger über zur Vergabe des Armbrustpreises.
Dieser Förder- und Anerkennungspreis ist mit 500 Franken dotiert und wird jeweils einer Person, einer Organisation, oder einem Verein für ein besonderes Engagement in den möglichen Bereichen des öffentlichen Leben, wie Kultur, Courage, Umwelt, Gewerbe, Sport usw. vergeben. Das geschah zum zweiten Mal. Letztes Jahr war die Männerriege Preisträgerin. Die Gemeindepräsidentin kam mit einer Vorbemerkung zum feierlichen Teil:“ Wir haben heuer eine spezielle Situation. In der Funktion als Gemeindepräsidentin darf ich diese Laudatio halten, aber in der Funktion als Mitempfängerin des Preises werde ich dann dieses Podest verlassen. Der Armbrustpriis 2025 geht an die Gruppe Adventsfenster“. Im September vor fünf Jahren bildete sich mit Sibille Krieger, Irène Troxler, Monika Emmenegger und Andrea Hüberli eine Gruppe, die sich einsetzt, dass in der Advents- und Weihnachtszeit Stimmungsorte entstehen. In sagenhaften 2 Monaten brachten sie es fertig, die 24 Fenster zu vergeben und sie noch im gleichen Jahr leuchten zu lassen, im Jahr, als das Schreckgespenst „Corona“ aufzuflackern begann. Der Gemeinderat dankt mit dieser Geste für das Aufleben lassen des wunderschönen Brauchs, Licht in die dunkle Vorweihnachtszeit zu bringen in den letzten fünf Jahre und dies hoffentlich noch oft in der Zukunft. Offiziell dankte von der Gruppe her Andrea Hüberli in herzlichen Worten dem Gemeinderat für die schöne Ehre und hofft, dass sich weiterhin Familien Einzelpersonen, Firmen und Institutionen erwärmen, solche Adventsfenster zu kreieren.

Nach der Check-Übergabe zum «Armbrustpriis» freuten sich Andrea Hüberli, Monika Emmenegger, Sibille Krieger und Iréne Troxler (v.l.)
Reger Kilbibetrieb im Schulareal
Nach dem Mittagessen um 13.00 Uhr wurde der Kilbibetrieb mit verschiedenen Attraktionen und den Ständen der Vereine eröffnet und lockte viele Leute, vor allem Kinder an. Zur Unterhaltung und Unterstützung der Kilbiatmosphäre spielte das „Trio vom Gehren“ Hochdorf.
Es ist sehr beruhigend und erfreulich, dass der Hildisrieder Kilbigeist weiterweht und wieder mehr Menschen bei der Organisation und Mitarbeit positiv berührt und bewegt. Die Vorfreude aufs nächste Jahr ist intakt.
Emil Barmet




