Fasnachtsgottesdienst in der Kirche – Kann fröhlich sein und lachen böse sein?
Am Sonntag, 23. Februar um 10.00 Uhr zogen die Männer der Götschizunft mit ihren Familien unter der Vereinsfahne in die Kirche ein.
Die Kleinformation der „Lüütertüter“ begleitete den von Menschen gefüllten sakralen Raumes klangmässig nicht allzu fein. Doch das störte weder Pirmin und Monika, das höchste Zunftpaar noch die zahlreiche, fromme gutgelaunte Schar. Franz Troxler winkte mit dem Don Camillo-Hut und erfüllte seinen liturgischen Auftrag gut. Er meinte zum Gruss bescheiden am Mikrofon und dies ohne Nebenton: „Tüemer eus jetzt erhebe, mier müend jo nid grad schwebe.“
Im ersten Lied ermunterte die Senioren-Musikgruppe „Magsch no!“ zum Singen und dies gern: „Lasst uns miteinander singen, beten, loben den Herrn!“
Die Frau Zunftmeister Monika Furrer-Gassmann trug passend zum Thema die französische Legende vom tanzenden Gaukler im Kloster vor. Der Abt sagte zum Gaukler, der nur Spässe, Sprünge und Tänze machen konnte, aber das Klosterleben kennenlernen wollte: „Bleibe bei uns! Deine Frömmigkeit kommt aus dem Herzen. Du ehrst Gott mit Leib und Seele durch dein Tanzen.“ „Fröhlich sein. Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“, diese Lebensbotschaft des heiligen Don Bosco möge uns beflügeln für die Fasnachtstage und drüber hinaus.
In der inspirierenden humoristischen Predigt in Reimform empfahl Franz Troxler, die Fasnachtszeit zu geniessen und sie als Lebenselixier zu nutzen. Der Zunftmeister Pirmin I. unterstützte die Botschaft des Gottesdienstes und lud alle ein, einen oder mehrere Hildisrieder Fasnachtsanlässe zu besuchen.
Anschliessend an den Gottesdienst offerierte die Kirchgemeinde einen Kaffee-Apéro, der vom Zunftrat ausgeschenkt wurde. Das Gebäck wurde z. Teil von den Zunftfrauen hergestellt und angeboten. Zusammen mit den Klängen der Lüütertüter-Formation ergab dies eine wohtuende, fasnächtliche Stimmung.
Bericht: Emil Barmet
Fotos: Ramon Wolf
